deutsche Übersetzung München, 1988; Original: On Breathing, SAF Bulletin Nr.1, 1971
Dieser Text ist Ausschnitt eines Workshops in Sensory Awareness mit Charlotte Selver
Wir haben soeben einige Fotografien gesehen. Unter ihnen war eine von Gräsern, die am Wasser wachsen. Da lag ein solcher Reiz in der Kraft und Lebendigkeit des Grases und ein solch wundervoller Zusammenklang von Wasser, Gestein, Erde, Sonnenlicht und Schatten mit den Pflanzen, dass ich mir dachte: es gibt nichts Besseres, um uns – gleich am Anfang – bewusst werden zu lassen, dass in der Natur nichts allein steht, dass auch wir von Natur aus nicht von der Welt um uns isoliert sind und dass auch, zum Beispiel, der Prozess des Atmens mit allem verbunden ist, das in uns und um uns geschieht, genauso wie die Pflanzen mit allem, was sie umgibt, verbunden sind.
Die Schwangerschaft ist eine Zeit größter Veränderungen und verlangt Anpassungsfähigkeit in körperlichen und seelischen Bereich. Die Frau ist gefordert, sich auf die Situation als werdende Mutter einzustellen und ihr Selbstbild der sich fast täglich wandelnden Realität anzugleichen.
Es ist eine Zeit, die das Nach-Innen-Spüren unterstützt, zum eigenen Körper und zum Kind. Vom Organismus kommen deutlichere Signale als sonst, die zeigen,
Ein Kind zu gebären bietet für die Frau die Chance einer tiefgreifenden und außergewöhnlichen Wachstumserfahrung.
Unter günstigen Umständen kann die Geburt für sie eine Grenzerfahrung werden, in der sie intensive Emotionen erlebt, ungeahnte Kraft kennen lernt und letztlich daraus neu und gestärkt hervorgeht. Im negativen Fall kann die Geburt zum Erleben von Ohnmacht, Versagen und Ausgeliefert-Sein führen und durchaus zur